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Wo hosten ohne Geld? Die 5 besten kostenlosen Open-Source-Hosting-Optionen

📅 02.09.2026 ⏱ 10 Min. Lesezeit ✍️ Redaktion

„Gratis-Hosting“ heißt in den meisten Blogs: 12 Monate Testphase, danach 24 €/Monat. Wir zeigen fünf Wege, deine Open-Source-Dienste dauerhaft ohne laufende Kosten zu betreiben – von der eigenen Hardware bis zum immerwährenden Cloud-Free-Tier.

1. Eigene Hardware: Raspberry Pi & Mini-PC

Der Klassiker: Ein Raspberry Pi 5 (ab ~65 € einmalig) zieht unter Volllast rund 6–7 Watt – bei 0,35 €/kWh also etwa 1,50 € Strom im Monat. Dazu kommen keine weiteren Kosten. Für Nextcloud, ein paar Webseiten, Pi-hole und Home Assistant reicht das völlig.

Was du dafür brauchst:

  • Raspberry Pi 4/5 oder ein gebrauchter Mini-PC (oft günstiger und stärker)
  • SSD statt SD-Karte – SD-Karten sterben bei Dauerbetrieb früh
  • Eine feste IP oder DynDNS + Portfreigabe im Router
  • Optional: eine eigene Domain (ca. 8–12 €/Jahr – die einzige echte Dauerausgabe)

💡 Tipp: Die Domain ist der häufigste Denkfehler im „kostenlos“-Konzept. Dienste wie duckdns.org oder nip.io liefern kostenlose Subdomains – fürs Experimentieren reicht das. Für einen ernsthaften Blog oder eigene E-Mail willst du aber eine eigene Domain, denn fremde Subdomains kannst du nicht für SPF/DKIM nutzen.

2. Cloud Free Tiers mit immerwährendem Tarif

Mehrere Hyperscaler bieten Always-Free-Tiers an – keine Testphase, keine Kreditkarte im Hintergrund, sondern dauerhaft kostenlose, wenn auch kleine Instanzen:

AnbieterKostenlose InstanzHinweise
Oracle Cloud2× AMD + 1× ARM (4 OCPU / 24 GB RAM)ARM-Instanzen sind konkurrenzlos groß – aber begrenzt verfügbar; Account-Verifizierung nötig
Google Cloud (GCP)e2-micro (1 GB RAM) in us-west1/us-central1Immerwährend, solange Region verfügbar bleibt
AWSEC2 t2.micro / t4g.small (1 GB RAM)750 Std./Monat frei – reicht für 24/7-Betrieb
IBM CloudLite-Plan, z. B. 1 vCPUEtwas sperrige UI, aber brauchbar

⚠️ Wichtig: Free Tiers sind niemals eine Garantie. Oracle kann ARM-Kapazität entziehen, GCP Regionen schließen, und wer gegen die AGB verstößt (z. B. Krypto-Mining), verliert den Account. Backups externalisieren – dann ist jeder Anbieterwechsel nur ein Umzug, kein Drama.

3. Gebrauchte Business-Hardware

Der unterschätzte Geheimtipp: Ausgemusterte Business-Mini-PCs (Dell OptiPlex, Lenovo ThinkCentre, HP ProDesk) gibt es gebraucht ab ~50–90 € – mit deutlich mehr Leistung als ein Pi und oft mit vPro-Fernwartung. Der Stromverbrauch liegt bei 8–15 Watt. Solche Geräte stammen aus Firmen-Leasingzyklen und sind auf 24/7-Betrieb ausgelegt.

  • Leistung für Docker-Stacks mit 20+ Containern
  • Platz für mehrere SSDs → ZFS-/RAID-Verbünde möglich
  • Reparaturteile und Ersatznetzteile sind günstig verfügbar

4. Sponsoring für Open-Source-Projekte

Du entwickelst oder pflegst ein Open-Source-Projekt mit aktiver Community? Viele Hosting-Anbieter haben Programme für freie Software: Hetzner und DigitalOcean sponsern Projekte mit Guthaben oder dedizierter Hardware, GitHub Actions liefert kostenlose CI-Minuten, und Cloudflare stellt Pro-Features für Open Source bereit.

  • Voraussetzung: öffentliches Repo, Open-Source-Lizenz, aktive Maintainer
  • Oft reicht ein formloses Bewerbungsformular
  • Ideal für Mastodon-Instanzen, Forgejo, Matrix-Homeserver und andere Community-Dienste

5. Gratis-PaaS & Static Hosting

Nicht alles braucht einen eigenen Server. Für statische Seiten und Serverless-Dienste gibt es großzügige Dauer-Free-Tiers – perfekt für ein Blog wie dieses oder API-Prototypen:

  • GitHub Pages / GitLab Pages – statische Seiten direkt aus dem Repo
  • Cloudflare Pages / Workers – 500.000 Requests pro Monat kostenlos
  • fly.io – kleine immerwährende Instanzen für Container
  • Render / Railway – Free-Instanzen, die bei Inaktivität schlafen (gut für Tests)

Ein vollwertiger Reverse Proxy mit TLS ist bei diesen Diensten bereits enthalten – ein Grund mehr, warum statische Seiten dort hingehören und nicht auf deinen eigenen Server, dessen Ressourcen für dynamische Dienste reserviert sind.

Alle Optionen im Vergleich

OptionEinmalige KostenLaufende KostenLeistungAm besten für
Raspberry Pi~65 €~1–2 € Strom/MonatMittelLernen, kleine Dienste, zu Hause
Cloud Free Tier0 €0 € (dauerhaft)Klein, aber 24/7 mit fester IP„Set & Forget“, öffentliche Dienste
Gebrauchter Mini-PC50–90 €~2–4 € Strom/MonatHochHomelab, viele Dienste, Experimente
Sponsoring0 €0 €HochAktive Open-Source-Projekte
Gratis-PaaS/Static0 €0 €AusreichendWebsites, APIs, Prototypen

Zum Mitnehmen: Unser Standard-Rezept: Oracle- oder GCP-Free-Tier für die 24/7-Dienste mit öffentlicher Domain (Reverse Proxy + Monitoring + eigene Seite), dazu ein Mini-PC oder Pi zu Hause für Daten, Nextcloud und Backups. So bist du redundant, lernst das Maximum – und zahlst nur die Domain.

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